Nobel-Groupie
Ist es erlaubt, sich im Ruhm berühmter Persönlichkeiten zu sonnen? Darf man stolz darauf sein, Menschen, die Großes geleistet haben, persönlich zu kennen?
Manche Leser werden vielleicht denken: Wie peinlich ist das denn?
Aber treten wir einen Schritt zurück.-
Es ist zutiefst menschlich, Vorbilder zu haben. Sei es im Sport, in der Musik, im Berufsleben oder in der Wissenschaft – ich finde, man darf es feiern, wenn Menschen Großes leisten. Umso mehr, wenn Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit erbracht werden. Und wenn es dann das Schicksal (oder der Zufall) will, dass sich der eigene Lebensweg mit dem einer solchen Persönlichkeit kreuzt, dann gibt es keinen Grund, darüber zu schweigen.
Ich bin in meinem bisherigen Leben insgesamt sieben NobelpreisträgerInnen begegnet. Drei davon durfte ich näher kennenlernen: Einer war mein Sitznachbar im Bus, mit dem Zweiten habe ich gemeinsam Fußball geschaut, und im Haus des Dritten habe ich 4 Wochen lang gewohnt.
Hier die Liste – chronologisch geordnet nach dem Jahr der Preisverleihung:
Christiane Nüsslein-Volhard
Nobelpreis für Medizin 1995
Christiane Nüsslein-Volhard ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Entwicklungsbiologie. Sie forschte am Max-Planck-Institut in Tübingen, zunächst an der Fruchtfliege Drosophila melanogaster, später an einfachen Vertebraten (Zebrafisch). Während meines 1jährigen Auslandsstudiums in St. Louis 1995/96 kam mir zu Ohren, dass die damals frisch gekürte deutsche Nobelpreisträgerin einen Gastvortrag an der dortigen Medical School hielt. Ich erinnere mich noch, dass ich mit einer Mischung aus Vorfreude und Stolz zum Vortrag ging. Leider erwies sich Nüsslein-Volhard als ziemlich schlechte Rednerin, und ich war angesichts ihres mäßigen Englisch mit starkem deutschem Akzent peinlich berührt. Als die PowerPoint-Präsentation anfangs nicht gleich funktionieren wollte, reagierte sie so unsouverän und humorlos, dass ich vor Fremdscham im Boden versinken wollte. Amerikanische Dozenten haben in der Regel große Entertainer-Qualitäten und halten ihre Reden mit viel Witz und Esprit. Es war mir sehr unangenehm, die Vorurteile gegen die boring Germans so unmittelbar bestätigt zu sehen. Ich verließ den Vortrag vorzeitig.
Eric Wieschaus
Nobelpreis für Medizin 1995
Der amerikanische Entwicklungsbiologe Eric Wieschaus erhielt den Nobelpreis gemeinsam mit Nüsslein-Volhard. Auch er ist Drosophila-Genetiker der ersten Stunde; einen Teil seiner Forschungstätigkeit verbrachte er am EMBL in Heidelberg.
Ich traf Wieschaus 2001. In der Spätphase meiner Doktorarbeit flog ich zu einer großen Drosophila-Konferenz in Edinbourgh, um dort mit einem Poster meine Zwischenergebnisse zu präsentieren. Nach dem ersten Konferenztag wurden die Tagungsteilnehmer zum Abend-Event chauffiert (ich glaube, es war ein Dinner mit schottischen Tänzen). Im Bus setzte ich mich neben einen mir unbekannten älteren Mann. Nach ein wenig small-talk fragte er mich, woran ich arbeitete. Ich erklärte ihm die Grundzüge meines Projekts, das sich mit der genomweiten Suche nach circadian (d. h. tagesrhythmisch) oszillierenden Genen beschäftigte. Ich erinnere mich noch, dass ich von den präzisen Rückfragen dieses freundlichen, bescheiden auftretenden Eric beeindruckt war, denn er schien sofort zu verstehen, wo die Stärken, aber auch, wo die möglichen Sollbruchstellen meines Projekts lagen. Insbesondere wies er direkt auf eine spezielle Problematik hin, die mir selbst erst kurz zuvor – nach vielen Monaten – klar geworden war. Er war zweifellos ein außergewöhnlich kluger Kopf.
Erst am nächsten oder übernächsten Tag erfuhr ich, mit wem ich da gesprochen hatte.
Harald zur Hausen
Nobelpreis für Medizin 2008
Der deutsche Mediziner Prof. Harald zur Hausen war langjähriger Leiter des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und eine weltweit geachtete Autoritätsperson. Seine bahnbrechenden Forschungen an humanen Papillom-Viren (HPV-Virusfamilie) legten die Grundlage zur Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bei jungen Mädchen. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass Prof. zur Hausen mit seiner Forschung maßgeblich zur Rettung von 100.000en Menschenleben beigetragen hat.
Ich begegnete ihm kurz, als er einen Vortrag am Uniklinikum Regensburg hielt. Es muss wohl in den späten 90er-Jahren gewesen sein, also etwa 10 Jahre vor seiner Ehrung. Sein Habitus, das souveräne Auftreten, sein sachlich-kompetenter Vortragsstil – Prof. zur Hausen war die idealtypische Verkörperung des deutschen Universitätsprofessors.
Jeff Hall
Nobelpreis für Medizin 2017
Im ersten Jahr meiner Promotion am Lehrstuhl für Zoologie der Uni Regensburg fragte mich mein Doktorvater Ralf Stanewsky, ob ich Interesse hätte, im Forschungslabor seines Mentors Jeff Hall zu hospitieren. Ich sagte selbstverständlich zu und reiste im Herbst 1999 an die Brandeis University im Städtchen Waltham, etwa 50 km westlich von Boston an der US-amerikanischen Ostküste.
Das Besondere an dem 4wöchigen Aufenthalt war, dass ich nicht nur einen tiefen Einblick in die Drosophila-Genetik erhalten sollte, sondern dass ich außerdem im Privathaus von Jeff Hall untergebracht war.
Jeffs Haus war ein typisches Landhaus, wie es sie in New England zu tausenden gibt: ein zaunloser Vorgarten, eine Veranda, eine Schwingtür; die für diese Gegend typische Holzbauweise mit weißen Fensterläden und knarzendem Dielenboden.
Mein Schlafzimmer befand sich in einem Nebentrakt des Gebäudes, im Anschluss an einen kleinen Wintergarten.
Jeffrey Hall lebte in diesem Haus als Single – soweit ich weiß, ist er nie verheiratet gewesen. Seine Leidenschaften: Drosophila-Genetik, Militärgeschichte, Baseball und seine 3 Jack Russel Terrier Zoot, Zeta und Zory – nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.
Mein Zimmer war der einzige Bereich des Hauses, der frei von Hundehaaren war. Der ganze Rest war voll davon, und ein ständiger Geruch von „nasser Hund“ erfüllte das Gebäude. Noch viele Wochen nach meiner Rückkehr nach Regensburg fand ich Hundehaare in meiner Kleidung. Den Besitzer schien das allerdings nicht zu stören. Er hatte es sich gut in seinem Häuschen eingerichtet.
Unser üblicher Tagesablauf während meines Aufenthalts war wie folgt: morgens 07:30 Uhr aufstehen, kleines Cornflakes-Frühstück mit Kaffee; um ca. 08:30 Uhr fuhren wir mit Jeffs Auto ins etwa 30 Minuten entfernte Labor an der Brandeis University. Die Hunde durften manchmal mit und verbrachten den Tag teils schlafend, teils jaulend oder bellend im Chef-Büro, das vom Hauptlabor durch eine offenbar nachträglich geschreinerte, an einen Saloon-Eingang erinnernde Doppel-Schwingtür aus braunem Holz abgetrennt war.
Die Abende verbrachten wir üblicherweise mit Einkaufen, Kochen, Lesen oder – ganz klassisch – mit Baseball schauen. Jeff setzte sich dazu stets seinen braunen Konföderierten-Hut mit dem Emblem der beiden gekreuzten Gewehre auf und machte es sich mit einer Dose Budweiser in der Hand auf der von Hundehaaren übersäten Wohnzimmercouch bequem – beinahe zu klischeehaft, um wahr zu sein. Aber ich schwöre: genau so war es.
Ich setzte mich dann dazu, und wir redeten über Gott, Baseball oder die Terrier. Manchmal über Wissenschaft. Oft schwiegen wir auch.
Einmal hatten wir Besuch von einem befreundeten Biologie-Professor aus dem mittleren Westen, und zur Feier des Tages besorgten wir beim Supermarkt um die Ecke frischen Hummer zum Dinner (sog. Maine Lobsters, die es eisgekühlt, aber lebendig, mit zusammengebundenen Scheren zu kaufen gibt; ich konnte das grausame Schauspiel nicht mit ansehen und verließ die Küche, bevor die Tiere nacheinander in den riesigen Kochtopf mit sprudelnd-heißem Wasser gelegt wurden).
Jeff Hall ist ein wandelndes Lexikon, er hat ein fotografisches Gedächtnis und er kennt das Feld der Drosophila-Genetik so gut wie kaum ein anderer. Dabei ist er introvertiert, wirkt fast schüchtern – ein kauziger, auf den ersten Blick mürrisch wirkender, jedoch zu feiner Selbstironie und hintersinnigem Humor fähiger Mann, der in seinem eigenen Kosmos lebte und dem es sichtlich gleichgültig war, was die Leute von ihm dachten.
Im Keller des Hauses tat sich die zweite Welt des Jeffrey Hall auf: Die Wände waren mit diversen Landkarten, Kleidungsstücken, Orden und sonstigen Militärdevotionalien aus der Zeit des Amerikanischen Bürgerkriegs geschmückt. Eine besonders große Landkarte war der Schlacht von Gettysburg im Jahr 1863 gewidmet – zu sehen war eine mit feinem Stift gezeichnete Skizze des Schlachtfelds, samt Hügeln, Wäldern, Flüssen und den jeweiligen Truppenstandorten der Konföderierten und der Unionisten; ein unübersichtlicher Wirrwarr von durchgezogenen und getrichelten Linien, die offenbar Truppenbewegungen darstellten. Daten der einzelnen Vorstöße und Rückzüge der Regimenter sowie Zahlen von Gefallenen und Verwundeten komplettierten die Szenerie. Schließlich, in der Mitte des Kellerraums: ein riesiges 3D-Modell des Schlachtfelds, nach meiner Erinnerung bestimmt 2 x 3 Meter groß, mit Zinnsoldaten, Kanonen, Unterständen und allem, was sonst noch dazu gehört.
Skurril? Sicherlich. Doch irgendwie auch stimmig. Denn wüsste man nicht, um wen es sich bei dem kleinen, wortkargen bärtigen Mann handelt – man würde ihn eher für einen Angehörigen einer Republikaner-nahen rechten Militia halten als für einen schon bald Nobelpreis-dekorierten Pionier der Verhaltensgenetik bei der Fruchtfliege Drosophila melanogaster.
Übrigens traf ich Jeff Hall noch ein zweites Mal: 2001, als er nach Deutschland flog, um meinen Doktorvater Ralf Stanewsky zu besuchen. Ralf wohnte damals in Sünching, einem kleinen Ort 30 km südlich von Regensburg. Meine Frau und ich machten eine Fahrradtour dorthin, und es kam zu einem Wiedersehen bei Kaffee und Kuchen.
Nachtrag: Jeff Hall führte seine Untersuchungen über die Schlacht von Gettysburg auf hohem wissenschaftlichen Niveau durch; sie fanden Eingang in ein 2003 veröffentlichtes Buch: The Stand of the U.S. Army at Gettysburg.
Michael Rosbash
Nobelpreis für Medizin 2017
Michael Rosbash, Jeff Hall und Michael Young wurden 2017 gemeinsam für Ihre Forschungen zur Chronobiologie, also zur Entschlüsselung der inneren Uhr, ausgezeichnet. Rosbash leitete eine große Arbeitsgruppe, ebenfalls an der Brandeis University, nur wenige Schritte von Jeff Halls Laborräumen entfernt. Der großgewachsene, etwas arrogant wirkende Rosbash war in beinahe jeder Hinsicht das exakte Gegenteil von Hall. Ich begegnete ihm während meines Forschungsaufenthalts bei Jeff einige Male, wurde aber von ihm stets höflich ignoriert. Rosbashs Labor lief wie auf Schienen, sauber und strukturiert, geführt mit Strenge und Präzision. Jeff Hall dagegen pflegte einen Stil des kreativen Chaos: er ließ seinen Mitarbeitern alle Freiheiten und pfiff auf jede Konvention.
Wie ich erst später erfuhr, verband Rosbash und Hall eine innige Feindschaft – kein Wunder angesichts der diametral unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsweisen.
Svante Pääbo
Nobelpreis für Medizin 2022
Ähnlich wie bei Christiane Nüsslein-Volhard und Harald zur Hausen wäre es übertrieben zu behaupten, ich hätte Prof. Pääbo kennengelernt. Ich hörte mir lediglich einen Vortrag an, den er – vermutlich in den späten 90er-Jahren – an der Biologischen Fakultät der Uni Regensburg hielt. Trotzdem sei er auf meiner persönlichen bucket list aufgeführt.
Pääbo ist einer der Väter der Paläo-Genetik, einer jungen Disziplin, welche sich mit der genetischen Analyse frühgeschichtlicher und steinzeitlicher DNA beschäftigt. Seine Arbeitsgruppen an der LMU München und am MPI Leipzig entwickelten entscheidende Techniken auf Basis der Polymerase Chain Reaction (PCR), mit deren Hilfe es möglich wurde, stark degradiertes und niedrig konzentriertes genetisches Material aus archäologischen Präparaten zu extrahieren, zu amplifizieren und zu sequenzieren. Pääbo decodierte u. a. große Teile des Neandertaler-Genoms und leistete mit seinen Forschungen entscheidende Beiträge im Feld der evolutionären Anthropologie.
In der Begründung der Nobelversammlung hieß es: „Svante Pääbo hat mit seiner bahnbrechenden Forschung etwas scheinbar Unmögliches geschafft: die Sequenzierung des Genoms des Neandertalers. Pääbos Entdeckungen haben zu einem neuen Verständnis unserer Evolutionsgeschichte geführt.“
Peter Hegemann
Nobelpreis für Medizin 2026
Der jüngste Eintrag in meiner persönlichen Hall-of-Fame von Nobelpreisträgern erhielt erst vor wenigen Tagen, am 05. Oktober 2026, diese höchste Auszeichnung der Wissenschaften.
Ich kenne den Preisträger Peter Hegemann schon seit dem Beginn meines Biologie-Studiums im Wintersemester 1992/93. Hegemann, der damals frisch aus Martinsried nach Regensburg gekommen war, war somit das altersmäßig jüngste Mitglied des hiesigen Instituts für Biochemie. Das lernintensive Fach Biochemie war bei Biologen und Medizinern gleichermaßen gefürchtet: in manchen Jahren fielen 60-70 % der Studierenden bei der Abschlussprüfung zur Vorlesung Biochemie für Mediziner durch. Und auch bei der Vordiplomprüfung war der Biochemie-Teil stets der größte Stolperstein.
Die Professoren Sumper und Hegemann waren für ihre Unnachgiebigkeit und ihre hohen Ansprüche berüchtigt. Wer Glück hatte, konnte seine Prüfung bei Prof. Jaenicke (dem mittlerweile verstorbenen Vater des Schauspielers Hannes Jaenicke) ablegen. Hier war die Durchfallquote geringer.
Dem knorrigen Hegemann konnte man die Intelligenz schon von Weitem ansehen. Nahbar wirkte er zwar nicht unbedingt, aber bei seinen Mitarbeitern war er dennoch beliebt. Er galt als fordernd, aber gerecht. Die, die ihn näher kannten, schätzten seinen Scharfsinn und sein unprätentiöses Wesen. Der Forschung an seinem Lieblings-Modellorganismus, der einzelligen begeißelten Grünalge Chlamydomonas reinhardtii (kurz: Chlamy), galt sein ganzer Fokus. Während andere Professoren ihren Pkw als Statussymbol verstanden und ihren reservierten Parkplatz mit einem Mercedes, einem Jaguar oder – im Falle des schillernden Mikrobiologen Karl-Otto Stetter – einem knallroten Ferrari ansteuerten, legte Peter Hegemann keinen Wert auf solche Symbolik, sondern war stets ressourcenschonend mit einer orangefarbenen Ente unterwegs, also einem Citroën 2CV.
Unvergessen bleibt das dramatische Champions League-Finale am 26. Mai 1999 zwischen Bayern München und Manchester United, das ich, gemeinsam mit Hegemann und anderen Kollegen und Freunden, live und open-air auf dem Regensburger Bismarckplatz verfolgte. Die 1:2-Niederlage der Bayern in der Nachspielzeit war schwer zu verkraften – einzig ein junger österreichischer Kollege am Tisch frohlockte heimlich…
Für mein Rigorosum, also die Verteidigung meiner Doktorarbeit, wählte ich Prof. Hegemann als Zweitprüfer. Somit kann ich heute nicht ohne Stolz behaupten, dass der Name eines Nobelpreisträgers meine Doktorurkunde ziert.
Auch in den Folgejahren – bis zu seinem Weggang an die HU Berlin – blieb mein beruflicher Kontakt mit Hegemann bestehen. Denn dieser hatte von 2002-2007 ein Forschungsprojekt im Regensburger Kompetenzzentrum Fluoreszente Bioanalytik (KFB) eingebracht, dessen Leitung ich 2006 übernahm. Die aus seinem Institut ins KFB abgeordneten Mitarbeiter beschäftigten sich damals mit der Expression bioaktiver Substanzen in Mikroalgen, sowie mit der Entwicklung und der bioinformatorischen Optimierung von Verfahren, um Grünalgen als Produzenten pharmazeutisch relevanter Produkte zu etablieren.
Parallel dazu trieb Hegemann in seinen eigenen Laborräumen an der Biologischen Fakultät der Uni Regensburg die Forschung über biochemische Mechanismen der Photorezeption in Chlamy voran und legte mit der Identifizierung und Beschreibung der Channelrhodopsine die Grundlage für die wissenschaftliche Disziplin der Optogenetik. Diese Lebensleistung Hegemanns wurde nun von der Schwedischen Akademie mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.
Link zur Publikation: Nagel, G., Ollig, D., Fuhrmann, M., Kateriya, S., Musti, A. M., Bamberg, E., and Hegemann, P. (2002) Channelrhodopsin-1: a light-gated proton channel in green algae. Science 296, 2395-2398